Wege zu Cranach
Hans von Lindenau, Lucas Cranach d.J., 1581,Dommuseum, Dauerleihgabe der Kirchgemeinde Ottendorf Fotograf: Janos Stekovics, Bildrechte: Hochstift Meißen
Altartryptichon für die Georgs-Kapelle, Lucas Cranach d.Ä., 1534, Hochstift Meißen, Fotograf: Janos Stekovics, Bildrechte: Hochstift Meißen
Kreuzaltar im Dom zu Meißen - Gesamtansicht, Werkstatt Lucas Cranachs d.Ä., 1526, Hochstift Meißen, Fotograf: Janos Stekowics, Bildrechte: Hochstift Meißen

Auf den Spuren einer berühmten Malerfamilie

Lucas Cranach d. Ä. (1472–1553) ist neben Albrecht Dürer (1471–1528) der herausragende Maler der deutschen Renaissance. Seine Gemälde sind in vielen Museen zu bewundern, sie werden immer wieder in großen Ausstellungen gefeiert und zugleich wissenschaftlich neu bewertet.

Doch woher kam dieser großartige Künstler, der wie kaum ein anderer Zeitgenosse bereits als moderner Malerunternehmer agierte? Wo liegen die Orte, mit denen seine Biografie am stärksten verknüpft ist, und was kann man dort noch heute über ihn, seine Familie, sein Werk, seine Auftraggeber und sein Wirken erfahren?

Lassen Sie sich herzlich einladen zu einer Reise auf den Wegen zu Cranach. Folgen Sie den Spuren eines Malers, der nicht nur die großen Themen seiner Zeit in bedeutende Bildwerke fasste, sondern als Freund Luthers auch ein wichtiger Wegbegleiter der Reformation und damit Teil eines bewegenden Epochenumbruches auf dem Weg zur Moderne war. Entdecken Sie seinen Geburtsort Kronach und besuchen Sie Wittenberg, wo Cranach seit 1505 als Hofmaler der sächsischen Kurfürsten lebte und arbeitete, und wo sein Sohn Lucas Cranach d. J. (1515–1586) die Werkstatt ab 1550 fortführte. In Weimar verbrachte Cranach d. Ä. seine letzten Lebensjahre, hier befindet sich auch sein Grab. Daneben bietet Ihnen eine vielfältige Kulturlandschaft von Nürnberg und Coburg über Dessau, Erfurt und Gotha bis hin zu Neustadt an der Orla, Torgau, Meißen, Schneeberg und der Wartburg in Eisenach zahlreiche weitere Cranach-Stätten und Cranach-Schätze.

Hier gelangen Sie direkt zur Projektseite: www.wege-zu-cranach.de


Alle Cranach-Städte freuen sich auf Ihren Besuch und wünschen Ihnen eine eindrucksvolle Reise durch Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.


Cranach malt für den Dom zu Meißen

Meißen hatte zur Zeit Cranachs gegenüber der wettinischen Residenzstadt Dresden an Bedeutung verloren, blieb aber Sitz eines evangelischen Domkapitels. Die Wettiner, seit 1089 mit der Markgrafschaft Meißen belehnt, förderten nicht nur den Bau des gotischen Domes, sondern ließen ab 1415 vor dem Westportal eine Begräbnisstätte errichten und auf das Kostbarste ausstatten. Die Grabplatte Friedrichs von Sachsen in der Fürstenkapelle, die den 1510 gestorbenen Herzog als Hochmeister des Deutschen Ordens zeigt, wurde in der Werkstatt Peter Vischers d.Ä. in Nürnberg gegossen. Sie lässt eine Vorzeichnung von Lukas Cranach vermuten und wäre somit die älteste Spur des Meisters in Meißen.

Das erste sicher nachweisbare Werk aus der Cranachwerkstatt ist das Retabel des Kreuzaltars im Dom, das seit seiner Aufstellung 1526 den Laienaltar vor dem Lettner bis heute schmückt. Herzog Georg der am katholischen Glauben festhielt, ließ für sich und seine 1534 verstorbene Frau Barbara am Dom eine kleine Nebenkapelle errichten und mit einem von Lukas Cranach d.Ä. gemalten Triptychon ausstatten. Man hat sich später gewundert, dass “der Schöpfer der Lutherischen Bildsprache“ einen Auftrag vom „Fels der Altgläubigen" entgegennahm, dass der Hofmaler des protestantischen Kurfürsten für den “Gegner der Reformation“ arbeitete. Wie man heute weiß, entsprach dies durchaus der herausragenden Stellung des Künstlers Cranach und der dienenden Funktion der Kunst in dieser Zeit.

Im Zuge der Einrichtung eines kleinen Dommuseums kamen im Jahre 2000 weitere Cranachwerke nach Meißen. Genannt werden sollen hier das großformatige Bildnis des Hans von Lindenau, die Bildnisse der Reformatoren Martin Luther und Philipp Melanchthon, sowie ein kleines Bildnis des Kurfürsten Friedrich des Weisen, allesamt Werke von Lukas Cranach dem Jüngeren.